Eisprung berechnen: Zykluslänge und Zeitfenster

Eisprung berechnen: Er hängt an der Zykluslänge und ergibt ein Zeitfenster, keinen festen Tag.

Den Eisprung berechnen heißt rückwärts rechnen: Er liegt rechnerisch etwa 14 Tage vor der nächsten Periode und hängt deshalb an deiner Zykluslänge. Bei 28 Tagen ist das um Zyklustag 14–15, bei 35 Tagen um Tag 19–21 (Faustregel und Mittelwert). Weil er von Zyklus zu Zyklus streut, lässt er sich nur als Zeitfenster berechnen, nicht als einzelner Tag.

Unten findest du die Rechnung in fünf Schritten, Beispiele und eine Übersicht nach Zykluslänge. Sie eignet sich nicht zur Verhütung.

Berechnetes Fenster

Zyklen 26–30 Tage
Tag 7–16
Zyklen 28–32 Tage
Tag 9–18
Zyklen 30–35 Tage
Tag 11–21
Fenster je Eisprungtag
6 Tage

Eisprung 14 Tage vor Periode

Den Eisprung 14 Tage vor der Periode anzusetzen, ist die gängigste Rechnung: Du nimmst die Länge deines Zyklus und ziehst 14 Tage ab. Bei 32 Tagen ergibt das Zyklustag 18, bei 35 Tagen Zyklustag 21. Der erste Tag der Periode ist immer Zyklustag 1, die Zykluslänge reicht vom ersten Periodentag bis zum Tag vor der nächsten Periode. Die Zahlen in der Übersicht oben sind das Fenster, das dabei für den kürzesten und den längsten Zyklus herauskommt; wie es entsteht, zeigen die Schritte weiter unten.

Bei 28 Tagen ergibt die Rechnung Tag 14. Bei 28-Tage-Zyklen lag der Eisprung am häufigsten an Tag 15; je nach Zählweise (Eisprungtag mitgezählt oder nicht) kommen Tag 14 und Tag 15 heraus. Beides sind Näherungswerte, denn die Streuung des Eisprungs ist viel größer als dieser eine Tag.

Rückwärts zu rechnen hat einen Grund. Ein Zyklus besteht aus der Zeit bis zum Eisprung (Follikelphase) und der Zeit danach bis zur nächsten Periode (Lutealphase). Die Zeit davor ist der veränderlichere Teil, die Zeit danach schwankt weniger. Ein langer Zyklus ist deshalb meist ein Zyklus mit längerer Zeit bis zum Eisprung.

Wer vorwärts rechnet und vom ersten Periodentag 14 Tage weiterzählt, trifft nur bei etwa 28 Tagen. Bei 35 Tagen landet das auf Zyklustag 14, rückwärts gerechnet auf Tag 21, ein Unterschied von einer Woche. Die Regel „Eisprung an Zyklustag 14“ stimmt deshalb nur für Zyklen um 28 Tage, und auch dort nur ungefähr.

Eisprung nach Zykluslänge

Der Eisprung liegt je nach Zykluslänge an einem anderen Zyklustag. Die Übersicht zeigt je Gruppe von Zykluslängen die Faustregel und den Mittelwert aus großen Datensätzen. Alle Angaben sind Zyklustage, ungefähr und als Zeitraum zu lesen.

  • 21–24 Tage: Faustregel Tag 7–10, Mittelwert etwa Tag 12.
  • 25–30 Tage: Faustregel Tag 11–16, Mittelwert etwa Tag 15. Bei 26 Tagen sind das Tag 12 und Tag 15, bei 28 Tagen Tag 14 und Tag 15, bei 30 Tagen Tag 16 und Tag 15.
  • 31–35 Tage: Faustregel Tag 17–21, Mittelwert etwa Tag 19–20.
  • 36–50 Tage: Faustregel Tag 22–36, Mittelwert etwa Tag 27. Bei 40 Tagen nennt die Faustregel Tag 26.

Der Mittelwert ist der Durchschnitt aus vielen Zyklen, er gilt für die ganze Gruppe und ändert sich deshalb in Stufen. Bei kurzen Zyklen liegt er später als „Länge minus 14“, weil auch die Zeit nach dem Eisprung dort etwas kürzer ist, nicht nur die Zeit davor. Bis etwa 26 Tage liegt die Faustregel deshalb zu früh, bei 21 bis 24 Tagen am deutlichsten. Zwischen 31 und 35 Tagen weichen beide Werte um höchstens etwa drei Tage voneinander ab. Zu jedem Wert kommt eine Streuung von etwa vier bis fünf Tagen in beide Richtungen. Es sind Mittelwerte über viele Frauen, kein Wert für dich persönlich.

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Eisprung berechnen: 5 Schritte

Eisprung berechnen nach Zykluslänge heißt: erst die eigene Zahl bestimmen. Das geht ohne App mit einem Kalender. Die Schritte sind eine einfache Faustregel, kein Verfahren einer Fachgesellschaft.

  1. Trage den ersten Tag jeder Periode ein: den ersten Tag mit richtiger Blutung, nicht eine leichte Schmierblutung davor.
  2. Zähle die Tage vom ersten Periodentag bis zum Tag vor dem nächsten ersten Periodentag. Beginn am 3. Mai, nächster Beginn am 1. Juni: Das sind 29 Tage. Wiederhole das für mindestens drei Zyklen. Ein Zyklus mit mehr als 90 Tagen Pause gehört nicht dazu.
  3. Nimm den kürzesten und den längsten Zyklus.
  4. Rechne für beide den Eisprungtag: Länge minus 14. Bei Zyklen unter 27 Tagen liegt das meist zu früh; nimm dort mindestens Tag 12.
  5. Ziehe vom frühesten Eisprungtag fünf Tage ab. Das ist der Beginn des berechneten Fensters, der späteste Eisprungtag ist sein Ende.

Hast du erst ein oder zwei Zyklen notiert, hilft ein Blick zurück in Kalender oder Handy auf deine letzten Periodenstarts.

Ein Beispiel: Vier Zyklen dauerten 29, 31, 33 und 30 Tage. Der kürzeste (29) ergibt Tag 15, der längste (33) Tag 19. Zwischen Tag 15 und Tag 19 liegt die Spanne des berechneten Eisprungs. Fünf Tage vor dem frühesten sind Tag 10, deshalb reicht das berechnete Fenster von Zyklustag 10 bis 19, zehn Tage. Der Durchschnitt von knapp 31 Tagen allein ergäbe nur Tag 17, einen einzelnen Punkt, den viele Zyklen verfehlen.

Ein zweites Beispiel für kurze Zyklen: 22, 24, 23 und 27 Tage. Der kürzeste (22) ergibt nach Schritt 4 Tag 12, die Rechnung „Länge minus 14“ läge mit Tag 8 zu früh. Der längste (27) ergibt Tag 13. Das berechnete Fenster reicht von Tag 7 bis 13.

Ein breites Fenster ist kein Fehler der Rechnung, es spiegelt die Schwankung deiner Zyklen. Wie jede Kalenderrechnung eignet es sich nicht zur Verhütung: Per Rechnung lässt sich kein Tag ausschließen.

Der Eisprung folgt dem eigenen Zyklus, nicht einem festen Zyklustag.

Warum nicht immer Tag 14

Selbst bei 28 Tagen streut der Eisprung. Am häufigsten lag er auf Zyklustag 15, bei etwa 3 von 10 Zyklen, danach folgten Tag 16 und Tag 14. Insgesamt verteilte er sich über mindestens zehn Tage; in kleineren Beobachtungen reichte es bei 28-Tage-Zyklen sogar von Tag 10 bis 22. Genau 14 Tage vor der Periode lag er bei 28-Tage-Zyklen nur bei etwa 1 von 10 Zyklen.

Dazu kommt, dass 28 Tage seltener vorkommen, als viele glauben: Bei Nutzerinnen einer Zyklus-App dauerten nur etwa 13 von 100 Zyklen genau 28 Tage, angegeben wird die Zahl deutlich häufiger. Als üblicher Bereich gelten je nach Definition 21 bis 35 oder 24 bis 38 Tage. Auch bei einer einzelnen Frau schwankt die Länge von Zyklus zu Zyklus um einige Tage.

Ein einzelner Tag lässt diese Streuung weg. Ein Zeitraum zeigt sie.

Warum Rechner abweichen

Die Rückwärtsrechnung braucht eine Zahl, die erst am Zyklusende feststeht: den Tag der nächsten Periode. Im laufenden Zyklus ist sie selbst eine Voraussage. Dazu rechnen Rechner mit unterschiedlichen Regeln. Prüfe bei abweichenden Ergebnissen drei Dinge:

  • Wird vorwärts oder rückwärts gerechnet?
  • Steckt eine geschätzte oder eine selbst gezählte Zykluslänge darin? Geschätzt liegt sie oft bei 28, selbst gezählt selten.
  • Nennt das Ergebnis einen Tag oder einen Zeitraum?

Meist erklärt schon eine dieser Fragen den Unterschied, und keine Antwort macht eine Rechnung zur Tatsache. Auch ein einzelner ungewöhnlich langer oder kurzer Zyklus verzerrt den Durchschnitt, die Spanne deiner letzten Zyklen sagt mehr als ihr Mittelwert.

Lutealphase: immer 14 Tage?

In Lehrbüchern dauert die Lutealphase 14 Tage. Im Durchschnitt liegt sie je nach Datensatz bei etwa 11 bis 13 Tagen, die meisten Zyklen liegen zwischen etwa 7 und 17 Tagen. Als typisch gelten 12–14 Tage. Die 14 ist eine gerundete Konvention.

Bei derselben Frau schwankt sie von Zyklus zu Zyklus um etwa drei Tage. Eine einzelne kürzere Lutealphase ist deshalb nichts Seltenes. Für die Rechnung heißt das: Dauert sie mal 12, mal 14 Tage, verschiebt sich der Eisprungtag bei gleicher Zykluslänge um zwei Tage, „Länge minus 14“ ist um mehrere Tage unscharf.

Wie lang deine zweite Zyklushälfte ist, siehst du erst, wenn du über mehrere Zyklen beobachtest, etwa mit Temperaturkurve oder Testtagen, jeweils nur ungefähr.

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Das berechnete Zeitfenster

Dass überhaupt ein Fenster entsteht, hat einen biologischen Grund. Die Eizelle ist nach dem Eisprung nur etwa einen Tag befruchtungsfähig, Spermien können dagegen bis zu fünf Tage überleben. Eine Schwangerschaft ist deshalb in den Tagen vor dem Eisprung und am Eisprungtag selbst möglich, nicht nur an einem einzigen Tag.

Für jeden möglichen Eisprungtag umfasst das berechnete Fenster darum sechs Tage: den Eisprungtag und die fünf Tage davor. Weil der Eisprungtag selbst streut, wird das Gesamtfenster länger, im Beispiel oben zehn Tage. Es ist eine Rechnung aus der Zykluslänge, keine Aussage über deinen Körper an einem bestimmten Tag.

Wichtig: Die Rechnung nach Zykluslänge eignet sich nicht zur Verhütung, auch nicht bei sehr regelmäßigen Zyklen. Außerhalb des berechneten Fensters ist eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen, weil der Eisprung im nächsten Zyklus anders liegen kann. Fragen zur Verhütung klärst du in einer Beratung oder in der frauenärztlichen Praxis.

Ein Fenster entsteht, weil Spermien länger überleben als die Eizelle.

Unregelmäßiger Zyklus

Eisprung berechnen bei unregelmäßigem Zyklus: Schwankt die Länge stark, wird das Fenster entsprechend breit. Dauern deine Zyklen zwischen 24 und 45 Tagen, reicht es nach der Rechnung oben von Tag 7 bis Tag 31, über fast den ganzen Zyklus. Dann sagt die Kalenderrechnung wenig aus. Hilfreicher sind die Zeichen weiter unten, und bei Kinderwunsch lohnt der ärztliche Termin früher als nach einem Jahr.

Die Rechnung gilt für Zyklen mit Eisprung. Eine Blutung bedeutet nicht in jedem Zyklus, dass ein Eisprung stattgefunden hat, und du kannst das von außen nicht unterscheiden. Bleiben Ovulationstests über mehrere Zyklen durchgehend negativ, obwohl du sie über den ganzen berechneten Zeitraum und nach Anleitung gemacht hast, lässt man das am besten ärztlich abklären. Nur zur Orientierung — ersetzt keine medizinische Beratung oder Diagnose.

Die Rechnung braucht außerdem eigene, gezählte Zyklen. Nach dem Absetzen hormoneller Mittel kann der Eisprung schon im ersten Zyklus danach wieder stattfinden. Nach einer Geburt oder einer Fehlgeburt kann der erste Eisprung schon vor der ersten Periode liegen, eine Schwangerschaft ist dann auch vor der ersten Periode möglich. Fragen zur Verhütung klärst du in der frauenärztlichen Praxis.

Bis sich ein eigener Rhythmus zeigt, dauert es unterschiedlich lange. Rechne erst, wenn du einige Zyklen gezählt hast. Nach einem Verlust kann Zählen belastend sein: Du darfst es lassen, und ein ärztliches Gespräch ist jederzeit möglich.

In den ersten Jahren nach der ersten Periode und in den Jahren vor den Wechseljahren ist der Zyklus oft unregelmäßig. Zwischen etwa 25 und 45 Jahren werden Zyklen im Mittel etwas kürzer; vor den Wechseljahren schwanken sie wieder stärker. Dann sagen die Mittelwerte noch weniger über dich aus.

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Ovulationstest und Rechnung

Wann du mit Ovulationstests beginnst, gibt die Packungsbeilage des Herstellers vor, meist nach Zykluslänge gestaffelt. Dort zählt deine selbst gezählte Zykluslänge, nicht die geschätzte. Als Orientierung nennen Herstellerangaben für klassische Teststreifen bei 28 Tagen etwa Zyklustag 9, bei 35 Tagen etwa Tag 14. Je breiter dein berechnetes Fenster, desto mehr Testtage können es werden.

Klassische Teststreifen zeigen den Anstieg des Hormons LH (luteinisierendes Hormon), nicht dass der Eisprung schon stattgefunden hat. Der Eisprung kann bis zu zwei Tage nach dem Anstieg liegen. Du liest die Testlinie selbst ab. Positiv heißt meist: Die Testlinie ist so dunkel wie die Kontrolllinie oder dunkler als diese. Wird sie dunkler als am Vortag, bleibt aber heller als die Kontrolllinie, ist der Test noch negativ. Das ist eine Konvention der Hersteller und kein medizinischer Grenzwert, maßgeblich ist die Anleitung deines Tests. Digitale Tests zeigen ein Symbol, dessen Bedeutung vom Test abhängt: Bei Tests mit drei Anzeigen (leerer Kreis, blinkender und fester Smiley) steht der blinkende Smiley für einen Östrogenanstieg und der feste für den LH-Anstieg. Die genaue Bedeutung steht in der Anleitung.

Ein positiver Test beendet das fruchtbare Fenster nicht, denn der Eisprung folgt noch, und Spermien überleben mehrere Tage. Ein negativer Test schließt einen Eisprung ebenfalls nicht aus: Ein Streifen verpasst den Anstieg gelegentlich, und bei manchen Frauen wird die Testlinie im selben Zyklus mehrmals dunkel, ein einzelnes Ergebnis beweist deshalb nichts. Ein Ovulationstest ist kein Verhütungsmittel.

So passen Rechnung und Test zusammen:

  • Die Rechnung gibt einen Zeitraum aus früheren Zyklen vor.
  • Der Test zeigt, was die Testlinie an diesem Tag zeigt.
  • Deine eingetragenen Testtage zeigen über mehrere Zyklen, an welchem Zyklustag der Anstieg bisher lag.

Zeigt der Test etwas anderes als die Rechnung, ist das kein Widerspruch. Für den Rhythmus gilt Sex alle 2 bis 3 Tage, über den Zyklus verteilt, als üblich, ein berechneter Tag ist dafür nicht nötig.

Eisprung später als berechnet

Manchmal kommt der Eisprung später als gerechnet, manchmal früher. Er kann sich von Zyklus zu Zyklus um einige Tage verschieben, auch ohne erkennbaren Grund. Dann hat die Rechnung nur eine Näherung geliefert. Liegt der Eisprung später, kommt auch die Periode später, weil die Zeit danach etwa gleich bleibt. Ein längerer Zyklus ist ein weiterer Datenpunkt für die nächste Rechnung.

Bleibt die Periode aus oder kommt sie später als erwartet, zeigt ein Schwangerschaftstest ab dem Tag der erwarteten Periode zuverlässiger an als früher. Ein früher negativer Test schließt eine Schwangerschaft nicht aus. Bleibt die Periode weiter aus, wiederhole den Test nach einigen Tagen.

Der Eisprung kann sich auch ohne erkennbaren Grund verschieben.

Kinderwunsch und Wartezeit

Bist du nach etwa einem Jahr mit regelmäßigem Sex ohne Verhütung nicht schwanger geworden, lässt man das am besten ärztlich abklären. Ab etwa 35 bis 36 Jahren, bei sehr unregelmäßigen oder ausbleibenden Perioden oder bei bekannten Vorerkrankungen lohnt der Termin früher. Ursachen für eine ausbleibende Schwangerschaft können bei einer oder bei beiden Personen liegen. Nur zur Orientierung — ersetzt keine medizinische Beratung oder Diagnose.

Du musst nicht bis zum zwölften Monat warten, wenn dich etwas beschäftigt. Hast du eine oder mehrere Fehlgeburten erlebt, ist ein ärztliches Gespräch jederzeit möglich. Ein berechneter Eisprung ist keine Voraussetzung, deine Zyklusdaten sind eine gute Grundlage für das Gespräch: Zykluslängen, Dauer der Blutung, Tage mit positivem Test.

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Zeichen neben der Rechnung

Wer mehr über den eigenen Zyklus wissen möchte, kann Zeichen beobachten. Die Basaltemperatur ist die Körpertemperatur am Morgen vor dem Aufstehen. Sie steigt erst nach dem Eisprung und zeigt ihn deshalb nur im Rückblick; über mehrere Zyklen zeigt die Kurve, an welchem Zyklustag der Anstieg bisher lag. Den Zeitpunkt des Eisprungs zeigt sie nur ungefähr, auf den Tag genau lässt er sich daraus nicht bestimmen. Fieber, Alkohol, Stress und wechselnde Messzeiten können die Werte verfälschen.

Auch der Zervixschleim verändert sich: In den Tagen vor dem Eisprung wird er meist klarer, flüssiger und dehnbarer, in Cyelle heißt diese Art „eiweißartig“. Keines dieser Zeichen beweist den Eisprung. Sie zeigen dir aber, wie deine eigenen Zyklen vom Durchschnitt abweichen. Auch Temperatur, Zervixschleim und Ovulationstests eignen sich nicht zur Verhütung: Sie zeigen, was in einem Zyklus war oder ist, und sagen nichts darüber, ob in einem anderen Zyklus eine Schwangerschaft möglich ist.

Ziehen in der Zyklusmitte

Manche spüren den Eisprung als leichtes Ziehen im Unterbauch, das nach einigen Stunden vergeht. Das kommt bei vielen Frauen vor, bei etwa 2 bis 4 von 10, und ist keine verlässliche Zeitmarke. Eine leichte Schmierblutung in der Zyklusmitte ist ebenfalls keine verlässliche Zeitmarke; tritt sie in mehreren Zyklen auf, lässt man das am besten ärztlich abklären. Hält ein einseitiger Schmerz länger als einige Stunden an oder wird er stärker, gehört das noch am selben Tag in ärztliche Hände. Plötzliche oder sehr starke Schmerzen sind etwas anderes: Dann gilt sofort Hilfe holen. Nur zur Orientierung — ersetzt keine medizinische Beratung oder Diagnose.

Die Voraussage in Cyelle

Cyelle zeigt den Eisprung nicht als Tatsache, sondern als Voraussage. Das fruchtbare Fenster ist aus deiner Zykluslänge berechnet und erscheint als Zeitraum im Kalender, der Eisprungtag darin ist als „Voraussage: Tag des Eisprungs“ gekennzeichnet. Bei der Voraussage der nächsten Periode steht, auf wie vielen Zyklen sie beruht und wie verlässlich sie gerade ist. Ab drei erfassten Zyklen rechnet Cyelle mit deiner eigenen Zykluslänge.

Cyelle zeigt meist ein kürzeres Fenster als die Rechnung in diesem Artikel: Es entsteht aus deiner Zykluslänge, nicht aus der Spanne von kürzestem und längstem Zyklus. Beides sind Näherungen.

Trägst du einen Ovulationstest ein und bestätigst ein positives Ergebnis, setzt Cyelle den voraussichtlichen Eisprung auf den Folgetag und richtet das Fenster danach aus. Du liest den Test selbst ab, die App speichert deine Angabe, ohne Foto. In der Statistik siehst du Ø Zykluslänge, Schwankung und deine eingetragenen Tests je Zyklus.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Eisprung aus der Zykluslänge?

Rechne rückwärts: Nimm den kürzesten und den längsten deiner letzten Zyklen und ziehe von beiden 14 Tage ab, das ergibt den frühesten und den spätesten rechnerischen Eisprungtag; bei Zyklen unter 27 Tagen nimm mindestens Tag 12. Fünf Tage vor dem frühesten beginnt das berechnete Zeitfenster. Bei Zyklen von 29 bis 33 Tagen sind das Zyklustag 10 bis 19. Die Rechnung liefert eine Voraussage mit Spanne und eignet sich nicht zur Verhütung.

Findet der Eisprung immer 14 Tage vor der Periode statt?

Nein. Als Faustregel liegt er rechnerisch etwa 14 Tage vor der nächsten Periode, bei 28-Tage-Zyklen traf das aber nur bei etwa 1 von 10 Zyklen zu. Die Zeit nach dem Eisprung dauert im Durchschnitt etwa 11 bis 13 Tage und schwankt von Zyklus zu Zyklus um etwa drei Tage. Der Eisprung liegt deshalb nicht an einem festen Tag, sondern verschiebt sich mit dem Zyklus.

Wann ist der Eisprung bei 28 Tagen Zyklus?

Rechnerisch um Zyklustag 14: Nach der Faustregel „Länge minus 14“ liegt der Eisprung etwa 14 Tage vor der nächsten Periode. Am häufigsten lag er auf Tag 15, die Streuung betrug mindestens zehn Tage, etwa fünf Tage in beide Richtungen um Tag 15.

Wann ist der Eisprung bei 30, 26 oder 35 Tagen Zyklus?

Bei 30 Tagen liegt die Faustregel bei Zyklustag 16, der Mittelwert bei etwa Tag 15. Bei 26 Tagen sind es Tag 12 und etwa Tag 15, bei 35 Tagen Tag 21 und etwa Tag 19–20. Zu jedem Wert kommt eine Streuung von etwa vier bis fünf Tagen in beide Richtungen. Die Mittelwerte gelten für Gruppen von Zykluslängen, nicht für dich persönlich.

Wie berechne ich den Eisprung bei unregelmäßigem Zyklus?

Rechne mit dem kürzesten und dem längsten deiner letzten Zyklen. Je stärker die Länge schwankt, desto breiter wird der Zeitraum: Bei 29 bis 33 Tagen sind es Zyklustag 10 bis 19, bei 24 bis 45 Tagen Tag 7 bis 31. Bei sehr unregelmäßigen Zyklen sagt die Kalenderrechnung wenig aus, dann helfen eher Ovulationstests und die Beobachtung weiterer Zeichen.

Wie lange dauert die Lutealphase?

Im Lehrbuch sind es 14 Tage. Im Durchschnitt liegt sie je nach Datensatz bei etwa 11 bis 13 Tagen, die meisten Zyklen liegen zwischen etwa 7 und 17 Tagen. Bei derselben Frau schwankt sie von Zyklus zu Zyklus um etwa drei Tage.

Kann sich der Eisprung von Zyklus zu Zyklus verschieben?

Ja. Der Eisprung kann sich von Zyklus zu Zyklus um einige Tage verschieben, auch ohne erkennbaren Grund. Liegt er später, kommt auch die Periode später, weil die Zeit danach etwa gleich bleibt. Deshalb ist die Rechnung nur eine Näherung und ergibt ein Zeitfenster.

Kann man den Eisprung genau berechnen?

Nein, nur als Zeitfenster. Auch bei gleicher Zykluslänge streut der Eisprung über mehrere Tage, bei 28 Tagen über mindestens zehn. Eine Rechnung liefert deshalb eine Voraussage mit Spanne, keinen Tag, auf den du dich verlassen kannst. Sie eignet sich auch nicht zur Verhütung.

Wann ärztlich abklären?

Sofort Hilfe holen (Angaben für Deutschland):

  • Schwindel oder Ohnmacht: Ruf die 112.
  • Starke einseitige Unterbauchschmerzen oder Schmerzen, die in die Schulter ausstrahlen: Geh sofort in die Notaufnahme.
  • Eine sehr starke Blutung: Geh sofort in die Notaufnahme.
  • Fieber zusammen mit starken Unterbauchschmerzen: Geh sofort in die Notaufnahme.
  • Der Schwangerschaftstest ist positiv oder die Periode ist ausgeblieben, und dazu kommen starke oder einseitige Schmerzen: Geh sofort in die Notaufnahme.
  • Der Schwangerschaftstest ist positiv oder die Periode ist ausgeblieben, und du blutest, auch nur leicht: Lass das sofort ärztlich abklären, ruf noch heute in der Praxis an, außerhalb der Sprechzeiten unter 116 117 beim ärztlichen Bereitschaftsdienst.
  • Ein einseitiger Unterbauchschmerz lässt nach einigen Stunden nicht nach oder nimmt zu: Ruf noch heute in der Praxis an, außerhalb der Sprechzeiten unter 116 117.

Das lässt man am besten ärztlich abklären:

  • Deine Periode bleibt länger als drei Monate aus und ein Schwangerschaftstest ist negativ (in der Stillzeit ist das erwartbar).
  • Du hast in mehreren Zyklen Blutungen außerhalb der Periode.
  • Deine Zykluslänge liegt wiederholt unter 21 oder über 38 Tagen; deine Zyklusdaten sind dafür eine gute Grundlage.
  • Du möchtest schwanger werden, und es hat nach etwa einem Jahr nicht geklappt; bei einem Alter ab etwa 35 Jahren oder sehr unregelmäßigen Perioden auch früher.

Nur zur Orientierung — ersetzt keine medizinische Beratung oder Diagnose.

Alle Werte sind Berechnungen. Cyelle ist kein Verhütungsmittel und stellt keine Diagnosen.

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